Von Seattle nach Port Townsend
Sequim und die Dungeness Bay
Am Highway 101, der die Halbinsel umrundet, liegt als nächster Ort Sequim. Stolz bezeichnet sich Sequim als Hauptstadt des Lavendels von Nordamerika und feiert dies seit 1996 mit einem Festival Mitte Juli (15.-17.7.2011). Die Farmen, die mit einem Shuttlebus zu erreichen sind, bieten diverse Workshops an, man kann z.B. einen Badezusatz mischen und sich über den Anbau im eigenen Garten informieren. Die Lavendelfelder in der Nähe der kleinen Stadt brauchen trotz der nicht wenigen Niederschläge viel Wasser, deshalb findet dort ein weiteres Festival statt, das man in dieser Region eigentlich nicht erwarten würde: das Bewässerungsfest Anfang Mai (irrigationfestival.com), seit 1895 wird gefeiert, das sich die frühen Siedler etwas haben einfallen lassen, um mit Wasser aus dem Dungeness River ihre Felder fruchtbar zu machen. Wie ein Dreieck zieht sich das Farmland nördlich von Sequim bis zur Küste und mündet dort in eine lang gezogene Sanddüne, den Dungeness Spit. Die üppige Küstenvegetation bietet Lebensraum für zahlreiche Wasservögel, die die Dungeness Bay als Winterquartier nutzen oder wie die Seeadler hier dauerhaft leben. Die Bucht ist deshalb als Dungeness National Wildlife Refuge ausgewiesen (dungeness.com/refuge), es gibt öffentliche Wander-Wege bis an die Spitze, wo noch ein Leuchtturm von 1857 steht.
Port Angeles
Das kleine Handelszentrum Port Angeles mit Fischereiflotte und Sägemühlen bietet sich als Stützpunkt für Wanderungen im nördlichen National Park an. Von hier aus geht auch viermal täglich (im Sommer) eine Autofähre nach Victoria auf Vancouver Island (Kanada) ab (cohoferry.com). Obwohl schon 1791 von spanischen Seefahrern gegründet, sind in Port Angeles wenig historische Gebäude zu finden. Interessant sind die 35 modernen Skulpturen, die in der Stadt verteilt aufgestellt sind, alle von regionalen Künstlern. Zudem gibt es eine Anzahl von Hotels und Supermärkten sowie Outdoor-Ausstattern, wo sich der Einkauf vor der Umrundung der Halbinsel lohnt (portangeles.org).
Olympic National Park
Hurrican Hill Trail und Marymere Waterfalls am Lake Crescent
Abstecher in die Indianer-Reservate
Hoh Rain Forest
Ruby Beach und Kalaloch Lodge
Aus dem Wald kommend, erreicht der Hwy 101 bei Ruby Beach die Pazifikküste, dort ist auch ein Parkplatz ausgewiesen. Auch im Sommer ist es verhältnismäßig einsam hier, zwischen den Bergen von Treibholz, den Felsbrocken und scharfen Klippen wandern nur wirkliche „Fans“. Hier finden sich ungewöhnliche Formationen aller Arten von Holz, von der wilden Gewalt der Wellen geschaffen und wie Riesenspielzeug an den Strand geschleudert. Etwas aufgeräumter geht es in der Umgebung der Kalaloch Lodge zu, dort kann man unterhalb der rustikalen Cabins der Lodge eine Weile am Strand entlang wandern. Auch in die Berge führen von der Lodge aus mehrere Wege, an der Information Station sind Karten und Hinweise erhältlich (visitkalaloch.com).
Quinault Lake
Wieder am Fuß des National Park liegt der langgestreckte Quinault Lake, umgeben von dichtem Wald, so dass die Häuser am nördlichen Ufer fast nicht zu sehen sind. Schon vor mehr als 100 Jahren sind Sommerfrischler in diese Gegend gekommen, das ehrwürdige Lake Quinault Lodge stammt aus dieser Zeit und steht auf der Liste der National Historic Places. Es ist natürlich restauriert und auf einen modernen Stand gebracht, aber die ganze Anlage atmet noch den Charme vergangener Zeiten (visitlakequinault.com).
Aberdeen
Hauptstadt Olympia
Ergänzung der Reise: Long Beach und Mt. St. Helens
Long Beach ist eine schmale Halbinsel vor der Wilapa Bay, rd. 45 km gelber Sand ziehen sich von Ilwaco bis zum Fort Columbia State Park. Die kleinen Orte entlang des Hwy 103 sind schon seit gut 100 Jahren ein Ziel von Ausflüglern und Touristen, es gibt viele Hotels und B&Bs, ebenso wie eine große Zahl von Anbietern für Kite-surfing, Kajaktouren oder Fischen. Im Interpretive Center am Cape Disappointment Lighthouse kann man sich über die berühmte Expedition von Meriwether Lewis & William Clark informieren, www.parks.wa.gov/lcinterpctr.asp), hier endete die Erkundung des Westens im Auftrag von Präsident Jefferson im November 1805. Der Leuchtturm an dieser südwestlichsten Spitze von Washington steht auf einer Felsnase, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf die Mündung des Columbia River und die die Küste von Oregon begrenzenden Berge hat.
Vulkan Mt. St. Helens
1980 war der große Vulkanausbruch, dessen gewaltige Explosion die Nordflanke und den Gipfel wegriss und mit einer Glutwolke aus Asche und Gas alles zerstörte. Erloschen ist der Mt. St. Helens bis heute nicht, kleinere Erschütterungen werden kontinuierlich gemessen, 2006 schien er wieder kurz vor einem Ausbruch zu stehen. 1982 hat der US-Kongress beschlossen, das Gebiet zu einem National Volcanic Monument zu erklären. Die Region wird seitdem renaturiert, Hirsche wieder angesiedelt, Straßen neu gebaut, und für Wissenschaftler Geld zur Verfügung gestellt, um den Vulkan weiter zu erforschen. Die Natur hat sich weite Teile inzwischen zurückerobert, zwischen den wie mit Sandstrahlgebläse blank geputzten Stümpfen der alten Baumriesen wachsen junge Bäume und Sträucher nach. Dennoch wirkt die Landschaft immer noch beeinträchtigt, auch 30 Jahre nach dem Vulkanausbruch sind die Spuren deutlich zu sehen, zu gewaltig waren die freigesetzten Kräfte aus dem Inneren der Erde.
Es gibt zwei Besucherzentren, von denen aus man den Krater und die zerstörte Umgebung gut einsehen kann: Johnston Ridge Observatory und Windy Ridge View Point. Zum Johnston fährt man auf der Rundreise von Long Beach nach Longview, dann auf der Interstate 5 bis Castle Rock, dort geht der Hwy 504 ab und führt ca. 70 km zum Observatory. Diese Route ist am besten ausgebaut und ganzjährig befahrbar, sie wird in den meisten Broschüren und auf der Website www.visitMtStHelens.com empfohlen. Ebenfalls von der Interstate 5 geht bei Woodland der Hwy 503 nach Cougar ab, landschaftlich schön entlang am Lake Mervin und Yale Lake. Von dort führen die Strassen 90, 25 und 99 zum Spirit Lake und dem dort befindlichen Windy Ridge View Point. Diese Wege sind im Winter auf jeden Fall geschlossen und es hängt von den Wetterbedingungen ab, wann sie im Frühjahr für befahrbar erklärt werden (fs.fed.us/gpnf/volcanocams/msh/).


