Start in Seattle und Everett
North Cascades National Park
Bei Arlington geht’s dann allmählich in die Berge, Ortschaften werden Mangelware, nur ab und an säumt ein Haus die Straße. Bei Rockport mündet die 530 auf den Highway 20, den North Cascades Hwy, eine als „Scenic“ besonders ausgewiesene Strecke (cascadeloop.com). Entlang reißender Flüsse im Frühjahr nach der Schneeschmelze, durch dichte Mischwälder und vorbei an steilen, manchmal bedrohlich überragenden Felsen windet sich im nördlichen Teil die gut ausgebaute Straße durch die Berge bis zum 1.700 m hohen Washington Pass. Die umliegenden Gipfel und die dazwischen schimmernden Gletscherseen wirken wie unberührt, nur die vielen Strommasten zeigen, dass sich der Mensch die Natur nutzbar gemacht hat. Von hier wird der Großraum Seattle mit Energie versorgt. Starker Schneefall im Winter kommt häufig vor, deshalb ist der Abschnitt zwischen Newhalem und Mazama von Mitte November bis Mitte April geschlossen. Viele Wanderwege (trails), insgesamt rd 600 km, sind in diesem North Cascades National Park ausgewiesen, dessen Reiz über 300 Gletscher, zahllose Wasserfälle und tiefe Schluchten ausmachen (nps.gov/noca).
Westernstadt Winthrop und Omak
Coulee Dam
Abstecher zur Lake Roosevelt National Recreational Area
Auf dem Weg nach Spokane bei Davenport gibt es eine Straße Richtung Kettle Falls, sie führt am Franklin Delano Roosevelt Lake entlang. Im Lake Roosevelt gibt es heute wieder einige Lachse, aber die vielen Angler und Fischer an diesem beliebten Ausflugsziel finden eher Forellen an der Angel. Der Stausee und die ihn umgebende Lake Roosevelt National Recreational Area umfassen ein Gebiet von rd 40 000 ha, im Park gibt es 27 Campingplätze und 22 Bootsverleiher, allerdings führen nur wenige Stichstraßen an den langgestreckten See mit einer gesamten Uferlänge von 965 km (nps.gov/laro). Die zusätzliche Strecke bis Kettle Falls und dann über den Hwy 395 nach Spokane umfasst 260 km.
Spokane
Die zweitgrößte Stadt Washingtons ist eine beliebte Einkaufsstadt, jede Menge Malls und Geschäfte sind hier zu finden. Aber auch ein historischer Kern mit interessanten Baustilen, viele kleine Galerien und die Wasserfälle mitten in der Stadt lohnen einen längeren Aufenthalt (mehr unter Zentren) (visitspokane.com).
Der Weg ins Yakima Valley
Yakima
Ellensburg
Nicht von ungefähr sitzt ein Bulle als Skulptur auf einer Parkbank mitten in der Kleinstadt Ellensburg. Mit einer Portion Humor wird hier vermittelt, um was es in der Hauptstadt des Kittitas Valley geht: Viehzucht und Rodeo. Zum alljährlichen Rodeo am Wochenende vor dem Labour Day (1. Montag im September) strömen Reiter/ Cowboys und –girls aus der weiten Umgebung zusammen, um seit 1923 einem Vergnügen zu frönen, das schon die Vorfahren genossen. Die Tradition des “Wild West” wird hier noch hoch gehalten, auch im restlichen Jahr sind Männer mit Stetson und Cowboystiefeln zu sehen und es handelt sich nicht nur um Touristen. Auch im Juli ist viel los in Ellensburg. Der Whisky Dick Triathlon findet am 3. Sonntag im Juli statt, dazu gehört Schwimmen im Columbia River bei Vantage, Fahrrad fahren über den Whisky Dick (780 m) bis Ellensburg und dort laufen (whiskydick.com). Und auch musikalisch wird einiges auf die Beine gestellt, Ende des Monats belebt das Jazz Festival den ländlichen Ort (JazzintheValley.com).
Leavenworth - bayerische Folklore
Als deutscher oder österreichischer Tourist mag einem das alpine Flair von Leavenworth etwas merkwürdig vorkommen, aber als Strategie gegen den Niedergang einer ehemaligen Holzfällersiedlung war die allmähliche Verwandlung in ein „bayerisches“ Dorf erfolgreich. Mehr als 1 Mio. Besucher goutieren die Alpenromantik und haben so dazu beigetragen, Tourismus zur Haupteinnahmequelle der ca 2.200 Einwohner werden zu lassen. Die Alpenarchitektur mit Lüftlmalerei und Holzbalkonen hat dem Ort ein neues Flair gegeben. Damit nicht genug, wurden die Speisekarten der Restaurants mit Wiener Schnitzel und Sauerkraut angepasst und auch ein kühles Hefeweizen ist überall zu haben. Der Tanz um den Maibaum fehlt natürlich ebenso wenig wie Akkordeonkonzerte, Bierwagenumzüge oder ein kleines “Oktoberfest” und ein „Kristkindlmarkt“ im November (leavenworth.org).
Auf dem Steven Pass Greenway zurück nach Seattle
Der Hwy 2 ist als Scenic Byway mit dem Namen Steven Pass Greenway ausgewiesen. Er führt durch die Alpine Lake Wilderness am Skykomish River entlang durch eine menschenleere, dicht bewaldete Landschaft. Parkplätze für spektakuläre Ausblicke und Einstiege in beschilderte Wanderwege bieten immer wieder Gelegenheit zum Anhalten, bevor man wieder in die belebte und dicht befahrene Region um Seattle eintaucht.


