Tillamook Rock Lighthouse und Cannon Beach

Von Portland führt der Highway 26 in knapp 2 Std. direkt auf den 101 südlich von Seaside. Das Tillamook Rock Lighthouse im Ecola State Park ist nicht öffentlich zugänglich, es dient u.a. als eine Art Friedhof für Urnen. Die Zufahrt erfolgt auf dem Oregon Coast Trail, von Tillamook Head aus hat man den besten Blick auf das Inselchen mit dem 19 m hohen Turm von 1881.
 

Cannon Beach

Besonders Mitte Juni wird es in Cannon Beach eng, weil sich dann die Sandkünstler zu einem “Sand Castle Contest” treffen und erstaunliche Figuren und Gebilde aus Sand formen. Ein Blickfang und beliebtes Fotomotiv ist der Haystack Rock, ein alleinstehender Felsen von immerhin 71 m Höhe. Er ist bevorzugter Nistplatz für Gelbschopflunde (tufted puffin) und am Fuß des Monolithen sind Seesterne in allen Farben zu finden. Cannon Beach hat sich noch etwas vom ursprünglichen Charme eines alten Seebades erhalten, die Häuser direkt auf der Düne passen zur Landschaft und der kilometerlange Sandstrand lädt besonders bei Ebbe zum Wandern ein (cannonbeach.org). Dabei trifft man auch Muschelsucher, die mit einer Röhre in den Sand bohren, einen Unterdruck erzeugen und Muscheln herausholen. Viel Erfahrung und aufmerksames Beobachten der winzigen Atemlöcher seien eine Grundvoraussetzung, um bei dieser Form der Nahrungsbeschaffung erfolgreich zu sein, versichern die Einheimischen.

Cape Meares Lighthouse bei Tillamook

Kurz vor Garibaldi verlässt der Hwy 101 die Küste und schlängelt sich am Einschnitt der Tillamook Bay vorbei zur gleichnamigen Kleinstadt. In einem sanften grünen Tal liegt der Ort und ist umgeben von Viehweiden, die die Milch für die Käsefabrik dort liefern. (Tillamook Cheese Factory, tillamookcheese.com) Von hier aus lohnt sich ein Schlenker auf dem Three Capes Scenic Loop, rd. 61 km nach Cape Meares, Cape Lookout und Cape Kiwanda. Die Strecke ist hügelig und weist jede Menge Schlaglöcher auf, zudem gehört sie zu den bevorzugten Routen der vielen Radwanderer. Aber die wunderschöne Landschaft und die spektakulären Ausblicke auf den Pazifik bieten viele Fotomotive. Zum Ansehen bieten sich an: das Cape Meares Lighthouse von 1890 (www.capemeareslighthouse.org/), der "Octopus tree" dort, eine mindestens 2 000 Jahre alte Sitka-Fichte in ungewöhnlicher Form, Lummen und Kormorane im Oregon Islands National Wildlife Refuge oder in der Clay Myers Natural Area und noch einen Haystock Rock am Cape Kiwanda. Im Dünengebiet des Sand Lake finden sich zahlreiche ATV-Fahrer ein und jagen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit die goldgelben Sandberge hinauf und hinunter.

Yaquina Head und Yaquina Bay Lighthouses

Gleich mit zwei alten Leuchttürmen kann Newport aufwarten, die je an der Einfahrt zur Yaquina Bay stehen. Yaquina Head ist der schlankste Turm an der Küste, er steht 50 m oberhalb des Wassers und wurde 1873 in Betrieb genommen. Yaquina Bay stammt von 1871, das historische Haus am Turm kann besichtigt werden (yaquinalights.org).
Nicht nur auf der berühmten Pier in San Francisco lassen sich Seelöwen häuslich nieder, auch in Newports kleinem Hafen an der Yaquina Bay braucht man nur dem lauten Gebell zu folgen, bis man die bevorzugte Lagerstätte findet. Die Fischfabriken dort locken die Tiere an, allerdings sind es bei weitem nicht so viele wie in Kalifornien. Newport hat sich von einer Hafenstadt weiterentwickelt zu einem liebenswerten Anziehungspunkt für Touristen (newportchamber.org). Die Historic Bayfront am Hafen wartet mit verschiedensten Geschäften und Bars auf, von anspruchsvoller Galerie bis zum eher schmuddelig wirkenden Kitschladen ist alles vertreten. Am Meer an der Nye Bay wird die rd. 9 500 Einwohner Stadt aufgehübscht, ältere Gebäude restauriert und kleine Boutiquen und Galerien ziehen ein. Das Oregon Coast Aquarium und das Hatfield Marine Science Center bieten einen ähnlichen Standard wie die in den Großstädten, z.B. einen Unterwassertunnel mit Haien.   

Heceta Head Lighthouse

Der Hwy 101 führt auf dem Abschnitt bis Florence selten ans Wasser, er ist meist umrahmt von dichtem Wald und steilen Felsen. Ein schöner Punkt zum Anhalten und Fotografieren ist das Heceta Head Lighthouse von 1894 auf einer Felsnase im gleichnamigen State Park gelegen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das ehemalige Leuchtturmwärterhaus, heute ein ansprechendes B & B mit sechs Zimmern (hecetalighthouse.com).

Oregon Dunes National Recreational Area

Sie sind vom Hwy 101 aus fast nicht zu sehen, die riesigen Sanddünen entlang der Küste von Florence bis Coos Bay. Bäume verdecken den Blick und bieten gleichzeitig Schutz für die Sandberge und die Autofahrer, sonst würde der Sand bald die Straße verschwinden lassen. Man muss schon hineinfahren in das 50 km lange Gebiet, um die bis zu 150 m hohen Sandberge, die kleinen Teiche und Wäldchen dazwischen zu entdecken. Es gibt zahllose Wanderwege, die jeweils von den offiziellen Einfahrtswegen und ihren Parkplätzen abgehen. Für einen kurzen Eindruck empfiehlt sich der Oregon Dunes Overlook südlich von Dunes City. Das Geräusch von ORV’s (off-road-vehicles) und ATV’s (all-terrain-vehicles) kann durchaus als störend empfunden werden, aber für viele Besucher der Dünen ist das Rasen durch die Sandberge der ultimative Kick. Dieses größte zusammenhängende Dünengebiet Nordamerikas soll vor rd. 12 Mio. Jahren entstanden sein, weil hier die Küste wesentlich flacher und weniger felsig verläuft als an den anderen Abschnitten (www.stateparks.com/oregon_dunes.html).

Umpqua River Lighthouse

Südlich von Reedsport an der Winchester Bay befand sich der erste Leuchtturm an der Küste, 1857 errichtet, aber schon vier Jahre später zerstört. 1894 wurde der neue weiße, 20 m hohe Turm eingeweiht, er hat den gleichen Bauplan wie das Hecata Lighthouse (www.stateparks.com/umpqua_lighthouse.html).  
 
Übrigens ist hier einer der offiziellen Walbeobachtungspunkte von Oregon. Im Frühjahr und Herbst hat man hier gute Chancen, die vorbeiziehenden Grauwale sehen zu können.

Cape Arago Lighthouse

Der Leuchtturm von 1934 steht auf einem Felsen vor dem Sunset Bay State Park südwestlich von Coos Bay. Er ist nicht zu besichtigen, aber vom Campingplatz gegenüber kann man ihn gut fotografieren.

Coquille River Lighthouse und Bandon

Kurz vor Bandon, im Bullards Beach State Park, steht dieser Turm mit dem oktagonalen Haus. Der Leuchtturm von 1896 ist nicht mehr in Betrieb, das Gebäude beherbergt heute ein Interpretive Center zur Geschichte der Gegend. Zum Spazierengehen laden sieben km Strand ein, die auch von Mountainbikern gern genutzt werden.
 
Bandon–by-the–Sea als die erste Ansiedlung nach 40 km ist zwar auch nur ein größeres Straßendorf, weist aber eine kleine Old Town an der Mündung des Coquille River auf und vor allem einige Hotels direkt auf der Klippe über dem mit Felsbrocken gespickten Strand. Zudem hat sich der Ort einen Namen gemacht als "Cranberry-Hauptstadt" von Oregon, was mit einem dreitägigen Fest Mitte September seit 1946 gebührend gefeiert wird. Nur 3. 000 Einwohner leben dort, aber in der Urlaubszeit und an den Wochenenden kann es ziemlich voll werden (bandon.com).

Cape Blanco Lighthouse

Südlich von Bandon beginnt der wildeste, ursprünglichste Teil der Oregonküste, die kleinen Städtchen sind weit voneinander entfernt und dazwischen finden sich fast nur bewaldete Hügel. Der Cape Blanco State Park verfügt über schöne Campingplätze und Wanderwege. Von den Klippen hat man eine großartige Aussicht auf den Ozean und der dortige Leuchtturm ist schon seit 1870 in Betrieb. Damit ist er der älteste Turm der Küste.

Crescent City in Nordkalifornien und das Redwood Empire

Erst von der nördlichsten Stadt in Kalifornien führt wieder eine Straße über den Gebirgszug der Coastal Range ins Landesinnere.

In Crescent City gibt es noch ein weiteres Lighthouse zu bewundern: Seit 1856 bewacht der Battery Point Turm den Hafeneingang, allerdings befindet sich die Anlage auf einem Felsen, der nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist.
 
Von Crescent City lohnt ein Abstecher ins Redwood Empire, den Redwood National Park und die drei State Parks mit den ältesten Bäumen der Welt. Unweit des Hwy 101 befindet sich das Information Center für die Redwood National and State Parks, hier erhält man Broschüren, Karten und jede Menge hilfreiche Tipps und Hinweise für den Besuch der Schutzgebiete für die Riesen-Sequoien und die Küsten-Redwoods. Das enorm hohe Alter der Bäume (bis zu 3.200 Jahre) wird u.a. auf ihre Residenz gegenüber Schädlingen zurückgeführt. Das rötliche Holz stößt Insekten ab; deshalb gibt es auch nicht viele Vögel in diesen Wäldern, es herrscht eine eigentümliche, geradezu feierliche Stille (nps.gov/redw). Einen halben Tag Zeit sollte man sich schon nehmen, um wenigstens den Newton B. Drury Scenic Parkway im Prairie Greek Redwoods State Park zu fahren, den Big Tree zu besichtigen und eine Weile unter den Giganten spazieren zu gehen.

Oregon Caves und der Crater Lake National Park

Oregon Caves National Monument

Nach ca. 3 Std Fahrt durch dicht bewaldete Berge kann Grants Pass erreicht werden, eine Kleinstadt im Rogue River Valley an der Interstate 5. Das Ganze verzögern kann allerdings ein Abstecher zu dem Oregon Caves National Monument in den Siskiyou Mountains (nicht für Wohnmobile geeignet). Die 1874 entdeckten Höhlen sind berühmt geworden durch den Dichter Joaquin Miller, der sie 1909 als die "Marmor-Hallen von Oregon" beschrieb. Die Tropfsteinhöhlen sind nur mit einer 90minütigen, geführten Tour zu besichtigen und Kinder müssen mindestens 1,07 m groß sein und dürfen nicht getragen werden. Die Wege sind nicht ganz einfach und es gibt zudem über 500 Stufen und einen Anstieg von 70 m zu bewältigen (nps.gov/orca).
Am Abzweig zu den Höhlen am Hwy 199 liegt zudem ein Weingut – Bridgeview Vineyard – das von einer deutsch-amerikanischen Familie betrieben wird (bridgeviewwine.com).
Grants Pass setzt auf Tourismus und dabei ganz besonders auf Fans des Wildwasser-Rafting. Die meisten Stromschnellen des Rogue sind nach Kategorie IV klassifiziert, von Grants Pass aus werden Touren angeboten und Kajaks verliehen (grantspasschamber.org).
 
Auf dem Scenic Byway am Rogue River entlang (Hwy 62) sollte man sich Zeit lassen, die Strecke ist abwechslungsreich und kurvig und man hat immer wieder Ausblicke auf Wasserfälle und die mit den Stromschnellen kämpfenden River-Rafter (http://traveloregon.com/trip-ideas/scenic-byways/rogue-umpqua-scenic-byway
 

Crater Lake National Park

Nach 150 km ist der Crater Lake National Park erreicht. Diese Natur-Attraktion ist auch für durchreisende Touristen ein beliebter Zwischenstopp und so muss man sich im Sommer auf längere Kolonen von Campern auf der kurvigen Strecke hinauf nach Rim Village gefasst machen. Aber der Anblick des fast kreisrunden, tiefblauen Gewässers entschädigt für die Mühen und die 50 km Rundfahrt um diese ca. 7 700 Jahre "junge" Caldera ist ein einmaliges Erlebnis, das man allerdings mit zahlreichen Bikern teilen muss. Der Crater Lake ist durch den Ausbruch des Mt Mazama entstanden, eine Eruption, die 62 mal so stark wie die des Mt St Helen 1980 gewesen sein soll, hat die Spitze weggesprengt und den Krater entstehen lassen. Nur Schmelz- und Regenwasser füllt den im Durchmesser neun km kleinen See, der zu den saubersten Nordamerikas gehört (nps.gov/crla). Es gibt ein Berghotel am Rand des Sees, nicht ganz billig und schnell ausgebucht (craterlakelodges.com).
 

Umpqua River Scenic Byway 

Zurück auf die Interstate 5 kann man auf zwei Wegen kommen: auf den Hwy 97 östlich vom National Park und dann den landschaftlich schönen Hwy 58 nach Eugene nehmen. Eine Alternative ist die Ausfahrt aus dem National Park im Norden, um entlang des Umpqua River nach Roseburg zu fahren. Am US 230 liegt der Diamond Lake, ein kleinerer See in einem ruhigen, naturbelassenen Erholungsgebiet mit Campgrounds, einer Lodge und Bootsverleihern am Fuß der Vulkankegel von Mt Thielsen und Mt Bailey. Vom See geht die Straße weiter am Umpqua River entlang, durch dichte Wälder mit steilen Felsformationen rechts und links. Fast 83 m hoch sind die Watson Falls, sie sind mit dieser Höhe die dritthöchsten in Oregon. Die Toketee Falls sind besonders spektakulär, das Wasser fällt zunächst in ein Becken und stürzt dann nochmal 20 m in die Tiefe. In der Umgebung von Steamboat Creek lassen sich immer wieder Angler bei ihrem Sport beobachten, hier ist Fliegenfischen die beliebteste Art, um "steelhead" (eine Regenbogenforelle) zu angeln. Die Mott Bridge ist ein "Historic Civil Engineering Landmark", eine Brücke von 1936, die einzige, die aus dieser Zeit noch übrig geblieben ist (http://traveloregon.com/trip-ideas/scenic-byways/the-umpqua-river/).

Von Roseburg nach Portland

Roseburg bietet sich für einen Stopp an, um wenigstens einen der 20 Weinbauern des Umpqua Valley zu besuchen. Hier ist die Wiege des 1961 begonnenen Weinanbaus in Oregon, auch hier hat man sich auf Pinot Noir, Pinot Gris und Riesling spezialisiert (umpquavalleywineries.org). Übernachten kann man in einem der vielen Kettenhotels, lauschige B&Bs hat Roseburg leider nicht zu bieten (visitroseburg.com).
 
In gut drei Stunden ist auf der Interstate 5 Portland erreicht. Dann versäumt man die „alternative Hochburg" Eugene und die Hauptstadt von Oregon, Salem.
Mehr zu Eugene finden Sie hier
:
Highway 101 an Oregons Küste
Highway 101 an Oregons Küste