Von Los Angeles nach Palm Springs

Die Interstate 10 führt aus dem Großraum Los Angeles Richtung Osten nach Palm Springs. Am nordwestlichen Ende des Coachella Valley gelegen, war die Stadt wegen ihres trockenen und warmen Klimas früher ein Ziel für betuchte Lungenkranke und entwickelte sich später zum beliebten Winter-Refugium für Hollywood-Stars. Auf dem Palm Springs Walk of Stars lassen sich die Marmorsterne mit den Namen von 300 Berühmtheiten bewundern. Das zweitgrößte Filmfestival der USA sorgt im Januar für aktuellen Starbetrieb (psfilmfest.org). Ganzjährig spannend ist die Fahrt mit der Palm Springs Aerial Tramway. Diese Seilbahn auf die Bergstation des Mt. Jacinto ist einzigartig: sie dreht sich während der 15minütigen Fahrt zweimal um 360 Grad, so dass man einen fantastischen Rundumblick ins Coachella Valley bekommt. (pstramway.com)

Joshua Tree National Park

Vorbei an trockenen Berghängen voller Windrotoren führt der Hwy 62 hinauf in die High Desert, die Hochlandregionen der Mojave-Wüste. Dort liegt der Joshua Tree National Park, im Ort Joshua Tree befindet sich der Westeingang (nps.gov/jotr). Von dort kann man den nördlichen Teil des Parks durchfahren und bei Twentynine Palms wieder verlassen. Auf über 900 m gelegen, gehört dieser Teil zum interessanteren des Parks, hier wachsen die Joshua-Bäume bis in 10 m Höhe. Die eigenartigen Formationen der abgerundeten Granitblöcke sind ein weiteres Kennzeichen des NP, sie werden gern von Freeclimbern bestiegen.
Von Joshua Tree bis zum nächsten größeren Ort Lucerne Valley führt der Hwy  247 durch die bergige Landschaft der Bullion Mountains. Bei Barstow wird dann die Interstate 15 erreicht, die Los Angeles mit Las Vegas (in Arizona) verbindet. Der kürzeste Weg zum Death Valley National Park ist der Hwy 127 ab Baker Richtung Norden, durch einsame Täler und im Sommer extrem trockene Berghänge.

Abstecher nach Las Vegas

Wenn man schon mal so weit ist, lohnt ein Abstecher nach Las Vegas, es sind nur noch 115 km bis zur Casinostadt in der Wüste. Eines der größten Hotels der Welt findet sich hier, das MGM Grand kann mit ca. 5.100 Räumen, 16 Restaurants und mit ca. 16.000 qm Casinofläche aufwarten (mgmgrand.com). Etwas weniger an Raum für Glücksspieler hat das Venetian Resort Hotel Casino, dafür kann man sich dort in einer Gondel auf dem Canale Grande schaukeln lassen (venetian.com). Themencasinos sind der Renner in der Unterhaltungsmetropole, seit neuestem gibt es sogar eine detailgetreue Kopie des Münchner Hofbräuhauses. Ebenfalls spektakulär sind sicher die Wassershow vor dem Bellagio oder der Regenwald und das gigantische Aquarium mit Korallenriff und Haien im Mirage. Die in der Wüste geschaffene künstliche Welt ist jedenfalls atemberaubend, auch nicht ganz billig und man braucht schon mehr als einen Nachmittag, um die „Sehenswürdigkeiten“ am Las Vegas Boulevard alle zu besichtigen.

Death Valley National Park

In den gekühlten Räumen von Las Vegas lässt es sich aushalten, für die Fahrt in den Death Valley National Park (nps.gov/deva) braucht man aber unbedingt ein Auto mit einer guten Klimaanlage, in dieser Region wird es tagsüber leicht über 45° C heiß. Ca. drei Stunden braucht man für die Strecke auf den Hwys 95, 373 und 190 bis zum Furnice Creek Besucherzentrum und dem nahen Zabriskie Point, dem schönsten Aussichtspunkt im Nationalpark. Allerdings legt sich schon mittags die Hitze wie ein Dunstschleier über das Tal, das beste Licht gibt es morgens. In langen Serpentinen steigt der Hwy 190 an der Westflanke des Death Valley hinauf, vorbei an den Stovepipe Dünen und dann hinunter ins Owens Tal.

Badwater Ultramarathon: Die neue und verbesserte 135 Meilen Route beginnt in Lone Pine, Kalifornien und geht nicht durch den Death Valley NP. Der NP Service hat sportliche Events im Death Valley untersagt. (badwater.com)

Mono Lake

Der Hwy 395 führt an den steil aufragenden Gipfeln der Sierra Nevada und dem Sequoia und Kings Canyon National Park vorbei (nps.gov/seki, von dieser Straße gibt es keinen Zugang in den Park) zum Mono Lake. Der 181 qkm große, tiefblaue Salzsee mit seinen bizarren Tuffsteinsäulen am Südende ist ein Zugvogelreservat, in Lee Vining befindet sich ein Infocenter (monolake.org). Von Lee Vining führt der Hwy 120 steil hinauf zum 3.031 m hohen Tioga Pass (je nach Schneefall kann er in der Zeit von November bis Mitte Mai geschlossen sein, am besten vorher den aktuellen Straßenbericht ansehen unter dot.ca.gov) und dann zum Osteingang des Yosemite National Park.

Yosemite National Park

Die wunderschöne Strecke durch den nördlichen Teil des Yosemite NP windet sich durch Bergwiesen und Wälder langsam bergab. Ca. 122 km sind es bis zum Yosemite Village im Valley, dort sollte man das Fahrzeug am Visitor Center stehen lassen und mit eine Rundfahrt mit den kostenlosen Shuttlebuses unternehmen. Auch Fahrräder sind dort zu leihen, die Wege im Valley sind gut ausgebaut. Für Übernachtungen im Park ist die Reservierungszentrale yosemitepark.com, die acht Resorts werden von dort verwaltet, rechtzeitige Reservierungen sind empfehlenswert. Auf keinen Fall versäumen sollte man einen Abstecher zum Glacier Point, von dort überwältigt die Aussicht aus Vogelperspektive auf das Tal und die umgebenden Berge. Im Mariposa Grove finden sich uralte Riesenbäume, der Methusalem unter ihnen ist Grizzly Giant mit ca. 2000 Jahren. (nps.gov/yose)

Lake Tahoe

Entlang der Westflanke der Sierra Nevada führt der Hwy 49 nach Verlassen des NP durch viele kleine Städtchen, die ihren Ursprung meist den vielen Goldsuchern von 1848/49 verdanken. Wildwestflair wird in Sonora, Columbia, Jamestown, Jackson, Sutter Creek und Amador City noch gepflegt. Von Jackson aus lohnt sich noch ein Abstecher zum Lake Tahoe, dem Ferien- und Wochenendziel vieler Menschen aus Sacramento und San Francisco. Ca. 140 km auf dem Hwy 88 führen nach South Lake Taho, dem dichter besiedelten Ort am See, der immerhin 35 km lang und 19 km breit ist und zu 2/3 in Nevada liegt. Ungewöhnlich blau ist dieser zweittiefste See der USA, in dessen schimmernder Oberfläche sich die Wälder und Gipfel der umliegenden Berge spiegeln. Einmal umrunden sollte man ihn schon, viele Aussichtspunkte an der Straße laden zum Fotografieren und Genießen der wunderschönen Landschaft ein. Bei einem Aufenthalt im Juli/August sollte man sich das Lake Tahoe Shakespeare Festival im Sand Harbor State Park nicht entgehen lassen (laketahoeshakespeare.com).

Sacramento

Nach Sacramento gibt es zwei direkte Wege: die Interstate 80 und der Hwy 50, wobei letzterer die interessantere Variante bietet, aber auch länger dauert. Es geht durch eine abwechslungsreiche Bergwelt, enge Flusstäler und immer wieder schön gelegene Picknickplätze bieten Gelegenheit, mal inne zu halten und einfach die Natur zu genießen. Sacramento als Hauptstadt Kaliforniens hat eine übersichtliche historische Altstadt (Old Town) direkt am Sacramento River. Von dort ist es auch nicht weit zum State Capitol inmitten einer grünen Oase, dem Capitol Park. Auf seinem Besitz wurde 1848 Gold gefunden, aber Johann August Sutter starb als armer Mann. Sutter’s Fort war die Keimzelle des Goldrauschs, im State Historic Park und im Marshall Gold Discovery State Historic Park am American River lassen Schauspieler die Besucher am Leben vor 150 Jahren teilnehmen.

Napa Valley

Vor dem Eintauchen in das quirlige San Francisco empfiehlt sich noch ein Schlenker ins Napa Valley, zu den bekannten Weinherstellern Kaliforniens. Wie die Perlen auf einer Kette sind die imposanten Weingüter an der Hauptstraße (Hwy 29) aufgereiht, jedes mit Probier- und Verkaufsraum und oft auch anspruchsvoll gestalteten Gartenanlagen.

Reiseroute zu den National Parks, Kalifornien
Reiseroute zu den National Parks, Kalifornien