Von San Francisco zur Half Moon Bay

San Francisco verlässt man am besten auf der Interstate 280 und biegt an der Half Moon Bay auf den Hwy 1. Die Strecke führt meist etwas vom Wasser entfernt durch die bergige Landschaft, mitunter unterbrochen von kleineren und größeren Strandabschnitten, die zum Baden einladen. Dann finden sich zu beiden Seiten der Straße Felder und Äcker, Artischocken und Knoblauch wird hier bevorzugt angebaut.

Monterey Bay

In Santa Cruz als erster größerer Stadt kann man auf der Pacific Avenue sogar spazieren gehen, die Flaniermeile ist von Bäumen gesäumt und jede Menge Cafes finden sich dort. Etwas abseits vom Trubel direkt am Meer ist die kleine Innenstadt eine abwechslungsreiche Shoppingmeile mit individuellen Geschäften und Bistros. Alle Stile der Baukunst von vor mehr als 150 Jahren finden sich wie Perlen aufgereiht an der Walnut Street, hübsch  farbig restauriert sind die heute noch bewohnten Villen einen Spaziergang durch die Vergangenheit der Stadt wert.   Viele Besucher sind von der hölzernen Achterbahn aus dem Jahr 1924 angetan, sie steht im Vergnügungspark am Boardwalk direkt am Strand. Schon vorher wurde der längste Holzsteg ins Meer gebaut, den die Küste aufzuweisen hat, der Santa Cruz Wharf feierte 2014 sein 100jähriges Jubiläum.
 
Nicht weit entfernt liegt Monterey in der gleichnamigen Bucht. Es war einst Kaliforniens Hauptstadt, dann bedeutendstes Fischereizentrum und machte 1967 Schlagzeilen wegen des Pop-Festivals, mit dem nach einhelliger Meinung die Hippie-Kultur eingeläutet wurde. Immer gut besucht ist seit 1957 das jährliche Jazz-Festival im September, 500 Künstler auf acht Bühnen präsentieren auch 2012 die breite Palette von modernem Jazz (montereyjazzfestival.org). Die ehemaligen Fischfabriken auf der Cannery Row gibt es nicht mehr, aber der Literatur-Nobelpreisträger John Steinbeck hat ihnen ja in seinem Roman „Straße der Ölsardinen" ein Denkmal gesetzt. Die Flaniermeile mit vielen Kneipen, Coffeshops und Andenkenläden ist besonders an Wochenenden gut besucht. Interessant ist auch das Aquarium am südlichen Ende, das weltweit grösste Fenster in einem Aquarium ist dort zu finden.
Um einen der schönsten Golfplätze direkt am Meer sehen zu können, muss man von Monterey Richtung Süden den kostenpflichtigen 17 Mile Drive nehmen. Der kleine Umweg lohnt, weil hier jede Menge Aussichtspunkte ausgewiesen sind, von denen aus sich Robben, Pelikane oder Kormorane auf den zerklüfteten Felsen beobachten lassen.

Big Sur und Hearst Castle

Wie Luxusleben in Kalifornien aussehen kann, ist in Carmel-By-The-Sea zu besichtigenHier gibt es keine Fast-Food-Ketten, sondern Boutiquen und Gasthöfe im Tudor Stil. Clint Eastwood war hier mal Bürgermeister.
Die sich anschliessende Küste von Big Sur ist bislang weitesgehend von massiver Bebauung verschont geblieben, Anstrengungen zum Erhalt der Naturlandschaft sind noch von Erfolg gekrönt. So kann man sich ganz den umtosten, steilen Klippen, der Salzluft, den morgendlichen Nebelschwaden und den Serpentinen hingeben und ab und an aussteigen, um beispielsweise die Bixby Creek Bridge (20 km südlich von Carmel) zu fotografieren. Ein Stopp ist angesagt in Nepenthe, dort gibt es ein Restaurant direkt über den Klippen (nepenthebigsur.com), wo man sich wie Henry Miller fühlen kann, der dort zwischen 1944 und 1962 lebte und schrieb. Wanderfreunden sei der Julia Pfeiffer Burns Big Sur State Park ans Herz gelegt, dort gibt es mit dem Ewoldsen Trail einen ca. 7 km langen Rundweg durch Redwood-Wald und offenes Grasland zu schönen Ausblicken auf 500 m Höhe. Nach so viel Natur bietet das „kalifornische Neuschwanstein" Hearst Castle eine echte Abwechslung, schließlich ist in diesem „Schloß" so ziemlich alles an Baustilen vertreten, was sich seit der Antike entwickelt hat (hearstcastle.org).

Pismo Beach und Mission Santa Barbara

Vom benachbarten Cambria aus ist nun in östlicher Richtung die Interstate 5 zu erreichen, dann ist man in knapp 5 Std. in Los Angeles. Von der Entfernung genauso weit ist die Strecke über Pismo Beach, Santa Barbara und Ventura, aber ungleich interessanter und daher dauert sie in der Regel etwas länger. Zumindest einen Kaffee trinken und sich etwas umsehen sollte man im Madonna Inn in San Luis Obispo. Hier sind Fantasien ausgetobt worden, Cavemen Zimmer oder Old Mexico, jeder der 110 Räume hat ein eigenes Styling. (madonnainn.com)

Immer mehr breite Sandstrände sind nun zu finden, ein besonders schöner ist in Pismo Beach, eine Hochburg der Dune-Buggy-Fahrer. Wesentlich weniger Krach machen die Monarch-Schmetterlinge, die auf ihrer Wanderung von Kanada nach Mexico zwischen November und Februar zu Zehntausenden im Eukalyptuswald Pause einlegen (monarchbutterfly.org).  
Spätestens in Santa Barbara ist ein weiteres Highlight dieses Küstenteils zu besichtigen, die 1820 auf einer Anhöhe erbaute Mission. Heute noch von Franziskanern bewohnt, ist dieses Beispiel spanisch-maurischer Architektur ein Kleinod unter den noch erhaltenen 21 Missionen am Mission Trail (www.americanroads.us/autotrails/elcaminoreal.html). Sie kann tgl. besichtigt werden (sbmission.org). In der Stadt selbst kann man gut spazieren gehen, witzig ist das Einkaufszentrum El Paseo Nuevo, es wirkt wie ein bunt zusammengewürfeltes mexikanisches Dorf. Und auf Stearns Wharf lässt sich gut 800 m weit ins Meer hinausgehen, ein beliebter Treffpunkt neben dem Santa Barbara Beach.

Die Strände von Malibu und Santa Monica

Im Hafen von Ventura starten Boote in Richtung Channel Islands National Park (www.nps.gov/chis/index.htm.) Bei einer Tagestour auf das Anacapa Island kann man an einer von Rangern geführten Wanderung teilnehmen und seinen Blick für die verborgenen und überraschenden Schönheiten der Pflanzen- und Tierwelt schärfen. Seelöwen und Robben dagegen sind unübersehbar.
Auf dem Hwy 101 sind es nun noch gut 100 km bis LA. Dann werden allerdings Malibu und Santa Monica ausgelassen. Auf dem Küsten-Hwy 1 sind es zwar auch nur 115 km, aber auf dieser Straße geht es weniger schnell. Wer die Serie Baywatch Malibu im TV verfolgt hat, kann sich den Originalschauplatz am Paradise Cove neben dem Pier ansehen und sicher einige Surfer bewundern. Die website surfingcal.com bezeichnet Malibu als den besten Spot in Kalifornien, zumindest ist es der bekannteste. Das alte Seebad Santa Monica setzt seine Tradition der Naherholung für Tausende Angelenos auch heute noch erfolgreich fort: durch familienfreundliche Strände, den Palisades Park oberhalb der Klippen und den berühmten Santa Monica Pier mit Riesenrad, Karussells und jeder Menge Imbisse.
Highway 1 zwischen SF & LA, Kalifornien
Highway 1 zwischen SF & LA, Kalifornien