Golden Gate Bridge, Cable Cars und bunte viktorianische Holz-Häuser prägen die Vorstellungen von dieser Stadt am Meer. Die besondere Anziehungskraft von San Francisco - ca. 16 Mio. Besuchern im Jahr attestieren den guten Ruf - liegt aber nicht zuletzt an der bunten Mixtur der Bewohner. San Francisco ist eine internationale Metropole, Einwanderer aus aller Welt haben hier ein Zuhause gefunden. In verschiedenen Stadtvierteln leben viele Menschen gleicher Herkunft zusamen, so z.B. in Chinatown, im Mission District die Latinos  und um den Washington Square im Bezirk North Beach viele aus Italien stammende Kalifornier. Toleranz und gegenseitiger Respekt sind Bindeglieder dieser multikulturellen Gesellschaft, der Eintracht in der die Ethnien miteinander leben. Gerade die bunt zusammengewürfelte Bevölkerung ist es, die das besondere Flair der Stadt ausmacht, nicht nur Pier 39, die kurvige Lombard Street oder Alcatraz.

Union Square, Nob Hill und Chinatown

Cable Car fahren ist ein MUST in San Francisco. Also warum die Stadtbesichtigung nicht mit einer Tour von der Station Powell Street aus beginnen. Vorbei am quirligen Union Square, der zu jeder Tages- und Nachtzeit von Touristen und Einheimischen belebt wird, führt die Strecke den Berg hinauf zum Nob Hill. Hier wohnten bis zum Erdbeben von 1906 die Reichen der Stadt, heute präsentiert sich das Viertel im Zwanzigerjahre-Look. Auf jeden Fall sehenswert sind die Grace Cathedral an der California Street, das Mary Hopkins Intercontinental Hotel und das Fairmont daneben. Das Restaurant im obersten Stock des Interconti lohnt einen Besuch wegen des gigantischen Ausblicks über die Stadt, besonders schön am Abend, wenn die Lichter die Straßen illuminieren.
Im Anschluss streift die Cable Car Chinatown.  Mit ca. 80.000 Einwohnern ist das Viertel eine der größten Chinatowns der USA. Begrenzt von Bush Street und Grant Avenue, sind die meisten Läden um den Portsmouth Square zu finden. Hauptgeschäftsstraße ist die Stockton Street, im Haus Nr 855 befindet sich der buddhistische Kong Chow Temple.

Washington Square und Telegraph Hill

Wie ein Wechsel von einem Kontinent zum anderen ist das Eintauchen in das nächste Viertel, North Beach. Rund um den parkartigen Washington Square haben sich überwiegend italienisch stämmige Amerikaner niedergelassen, und die Columbus Avenue, die Hauptgeschäftsstraße, säumen vor allem italienische Feinschmeckerläden und Restaurants (sfnorthbeach.org). North Beach lebt immer noch ein wenig von seiner Zeit als Hochburg der Beat Generation, heutzutage ist in den Bars und Musikkneipen um Broadway und Columbus immer noch lange etwas los. Ab Washington Square fährt ein Bus zu einem der besten Aussichtspunkte von Downtown, dem Coit Tower auf Telegraph Hill. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Financial District, Russian Hill und Fisherman's Wharf.

Die Piers

Die Cable Car endet oberhalb der Piers an der Bay Street. Hier entlang zu bummeln bedeutet Geduld mitzubringen, denn die Hafengegend ist neben der Golden Gate Bridge die meist besuchte Attraktion der Stadt. Und alle gehen natürlich zum Pier 39. Zum einen, weil dort eine bunte Ansammlung von Restaurants, Souveniershops und Karussells zu finden ist, zum anderen, weil sich dort seit 1990 eine riesige Seelöwenkolonie aufhält, die mit ihrem manchmal ohrenbetäubenden Gebell Scharen von Besuchern anlockt.
Daneben, vom Pier 33 fahren die Ausflugsschiffe nach Alcatraz ab, der legendären Gefängnisinsel , die seit 1963 zur Besichtigung freigegeben ist (die Boote sind im Sommer meist ausgebucht, man kann aber online reservieren alcatrazcruises.com).

Von Hyde Street oberhalb der Hafenanlage mit den historischen Schiffen kann man nun mit der Powell-Hyde-Line Cable Car durch Russian Hill wieder zurück zur Market Street fahren. Oder mit einem längeren Spaziergang (verkürzt auch mit der Straßenbahn) entlang der anderen Piers den "Embarcadero" entlang schlendern bis zum Ferry Building, das inzwischen zum Einkaufen und Essen ausgefallenerer Delikatessen einlädt (ferrybuildingmarketplace.com).

Russian Hill und Lombard Street

Das Nobelwohnviertel der Lebenskünstler erforscht man am besten zu Fuß, Russian Hill hat malerische Treppenaufgänge, idyllische Gassen und hübsche Häuser und Gärten zu bieten. Aber alle Besucher zieht es natürlich zur Lombard Street mit ihren engen Serpentinen, besonders am Wochenende herrscht Verkehrschaos an der Einbahnstrasse. Die acht Haarnadelkurven bis zur Leavenworth Street sind eine Herausforderung, auch wenn man nur 5 Meilen schnell fahren darf.

South of Market Street (SoMa)

South of Market Street ist ein eigenes Viertel, das sich durch Museen, Galerien, Cafes und gute Restaurants ein neues Flair geschaffen hat. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch den Neubau des Museum of Modern Art 1995. Ein Besuch dieses Museums lohnt sich schon wegen der Lichteffekte in der Eingangshalle unter dem Glasdach des fünfstöckigen Treppenhauses. Hochkarätige Sammlungen amerikanischer und europäischer Künstler wie Georgia O'Keefe, Meret Oppenheim oder Gerhard Richter und Paul Klee sind dort zu finden (sfmoma.org, 1. Di im Monat Eintritt frei). Gegenüber lockt  Yerba Buena Gardens mit Rasenflächen, Wasserfällen und Pflanzen aus allen Partnerstädten von San Francisco. An schönen Tagen finden dort auch Open-Air-Konzerte oder Theateraufführungen statt (ybca.org). 

Mission District und Mission Dolores

Südlich der City Hall leben die meisten Latinos, hier befindet sich der "Schmelztiegel lateinamerikanischer Menschen und Kulturen". Im Mission District kommt man mitunter besser mit spanisch zurecht als mit englisch, auf den Speisekarten in den kleineren, von Einheimischen besuchten Lokalen sucht man schon mal vergebens bekannte  Gerichte. Die Mission Dolores ist hier Ziel vieler Touristen, sie eines der ältesten Gebäude der Stadt von 1776. Die Basilika nebenan stammt aus dem Jahr 1918 (missiondolores.org). 

Haight Ashbury und Golden Gate Park

Auf nahezu jedem Prospekt von San Francisco sind sie zu finden, die bunten viktorianischen Häuser am Alamo Square, genannt die "Painted Ladies". Sie stehen an Steiner Street und leuchten je nach Sonnenstand wie bunte Bonbons. Aber sie sind nicht allein, in der ehemaligen Hochburg der Hippie Generation Haight Ashbury sind viele bunte Häuser zu finden. Das Viertel hat seinen Charme etwas verloren, manche der in die Jahre gekommenen ehemaligen "Blumenkinder" sind ihrer Überzeugung treu geblieben und haben nichts gegen den Verfall unternommen, sondern ziehen sich lieber zum Ausruhen in den Buena Vista Park oder in den Golden Gate Park zurück.  Schon 1870 wurde der fast fünf km lange Landstreifen, der bis an den Pazifik reicht, als Park ausgewiesen. Darin befindet sich das M.H.de Young Museum, das sich mit einer schwarzen, mit perforierten Kupferplatten bedeckten Fassade und einem schiefen, 44 m hohen Turm sehr modern präsentiert. Das Museum ist stolz auf seine umfassende Sammlung amerikanischer Kunst von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart, Wechselausstellungen ergänzen das anspruchsvolle Konzept (famsf.org/deyoung/).

Golden Gate Bridge

Ebenso wie Cable Car fahren, gehört auch ein Besuch der Golden Gate Bridge zu San Franciscos Hightlights. Das Wahrzeichen der Stadt wurde 1933 bis 37 als damals längste Hängebrücke der Welt gebaut, eine Ingenieursleistung, an deren Realisierung  viele gezweifelt hatten. Sie ist 2.7 km lang und hat 227 m hohe Tragepfeiler, die Straße führt in 67 m Höhe über dem Wasser der Bay. Fußgänger und Radfahrer dürfen die Brücke kostenlos überqueren und das lohnt sich, der Blick auf die Stadt ist von dort aus atemberaubend, wenn nicht gerade der berüchtigte Nebel in die Bay zieht. Autofahrer bezahlen nur stadteinwärts, also von Norden kommend, zur Zeit 6 $ pro Fahrzeug. 

Unweit der Brücke, im The Presidio of San Francisco, hat kürzlich ein neues Museum seine Pforten geöffnet, das Disney Family Museum. Tausende Fotos, Dokumente, Skizzenbücher, Modelle von Filmszenen und Filme auf 200 Monitoren zeigen den vielseitigen Künstler und Gründer des größten Entertainment-Konzerns der Welt, Walt Disney (disney.go.com/disneyatoz/familymuseum).

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