Orcas aus der Nähe

Ganz anders als die Grauwale verhalten sich die Orcas, die Raubtiere unter den Walen, auch Schwert- oder Killerwal genannt. Von ihnen leben rd 100 Tiere als "resident" dauerhaft in der Juan de Fuca Strait vor Vancouver Island. Die Orcas bilden Schulen, die von einem älteren Weibchen angeführt werden. Sie machen keine weiten Wanderungen durch den Ozean, sondern folgen meist den Robben- oder Lachsschwärmen bei ihrer Nahrungssuche und bleiben relativ konstant in ihren Jagdgründen.

Vom Land aus lassen sich die Orcas bei ihren Sprüngen (spyhopping) gut vom Lime Kiln Point State Park auf San Juan Island aus beobachten, dies ist der erste offizielle Walbeobachtungspark der USA.

Orcas bei San Juan Island, Washington, USAMit Booten werden Touren beispielsweise von den San Juan Islands, von Port Townsend, Port Angeles im Norden von Washington oder von Victoria (Kanada) aus angeboten, das sind in der Regel 1-2 stündige Fahrten auf's Meer.
Die Angebote für Whale-Watching von Vancouver aus sollte man vermeiden, unter drei Stunden allein für die Hinfahrt kommt man selten weg. Da die Jetboote sehr laute Motoren haben und das Meer auch im Sommer noch recht kühl ist, kann die Reise ziemlich anstrengend sein.
Der Film »Free Willy« wurde übrigens in der Küstenstadt Astoria gedreht, in der Hammond Marina gelang dem Wal der Sprung in die Freiheit.
 
Tierschützer diskutieren jedes Jahr auf's Neue, ob der Lärm der Boote nicht doch das empfindliche Sonarsystem der Tiere stören könnte und verlangen zumindest eine Einschränkung der Fahrten. Es ist wie so oft eine Abwägung der Interessen, die in diesem Fall eigentlich nur der Reisende selbst entscheiden kann. 

 Hilfestellung bei dieser Entscheidung kann sein, sich für einen Anbieter zu entscheiden, der sich dem "Responsible Whale Watching" verpflichtet fühlt. Inzwischen gibt es viele Veranstalter, die das Logo des WDCS führen. WDCS steht für die "Whale & Dolphin Conservation Society", eine Umweltschutzorganisation, die 1987 in England gegründet wurde und inzwischen auch ein Büro in Deutschland hat. Sie entwickelten Kriterien, die den Touranbietern ermöglichen, ohne weiterreichende Schäden für die Tiere die Beobachtungen durchzuführen, dazu gehört insbesondere genügend Abstand. Mehr Infos über wdcs.org.