Hintergründe zum indianischen Leben

Seit ca 15.000 Jahren siedeln Menschen an den Küsten Nordamerikas, sie sind über die damals zugefrorene Beringstraße eingewandert. Zu den Coastal-Indianern zählen Stämme wie die Salish, Chinook, Squamish und Makah (in Kanada: Haida). Sie lebten vom Fischfang mit Kanus, dem Handel mit Fisch und der Jagd und zogen im Winter in feste Quartiere. Die Wälder der Coast Range boten genügend Holz für den Bau großer, meist fensterloser Häuser.
Nur die Küstenindianer haben Totempoles (Totempfähle) geschnitzt, die auf ihnen dargestellten mythologischen Figuren symbolisierten die Ahnengeschichte der jeweiligen Familie, mit dem eigenen Totemtier an der Spitze des Pfahls.
 

Erfahrungen mit den Weißen

Die Tauschgeschäfte mit den weißen Pelzhändlern brachten den Indianern zunächst einen gewissen Wohlstand, sie erhielten Metallwaren wie Messer, Äxte, Beile und Kessel, später auch Waffen. Gleichzeitig verursachte die Begegnung mit den weißen Einwanderern eine Gefährdung des traditionellen Lebensstils, zudem wurde die einheimische Bevölkerung durch bisher unbekannte Krankheiten und Epidemien stark geschwächt. Die Regierungslösung für das „Indianerproblem" in den USA bestand im 19. Jh. darin, die Indianer in bestimmte Gebiete, die Reservate, zu zwingen. Meist handelte es sich dabei um Land, das die Indianer als ihr Eigentum betrachteten. Nachdem in den USA die Regierung 1871 dazu überging, mit den Indianern keine Verträge mehr abzuschließen, war ihnen jegliches Mitspracherecht entzogen worden. Einige Stämme kämpften, um ihr angestammtes Territorium nicht aufgeben zu müssen. Nun bestimmte die US-Regierung die Neuschaffung, Verkleinerung oder Vergrößerung von Reservationen („Erlass-Reservationen“) und siedelte auch ganze Stämme um. Dabei handelt es sich um von der Regierung bereitgestelltes Land, über das sie jederzeit wieder verfügen kann. Zwar wurden den Indianern 1924 volle Bürgerrechte zugestanden, aber bis in die 1930er-Jahre durften sie nicht außerhalb der Reservate leben.
 

Neue Rechte und ökonomische Erfolge durch Kasinos

Mit dem Indian Self Determination Act von 1975 (USA) erhielten die Indianer ihre Landrechte zurück, die verschiedenen Stämme nutzten diese Änderung unterschiedlich. Etliche versuchen, ihr Leben nach Möglichkeit auf ihre Traditionen auszurichten, diese Tribes leben vielfach in großer Armut, da es neben der Pferde- und Büffelzucht kaum traditionelle Erwerbsquellen gibt. Mit der Armut einhergehen oft auch Alkoholprobleme.
 
Manche Indianerreservationen nutzen ihren Sonderstatus und bauen Kasinos mit Hotels. Da Glücksspiele in vielen Bundesstaaten außerhalb der Reservationen verboten sind, werfen diese Unternehmen in Gebieten ohne Konkurrenz Millionengewinne ab. Der Geschäftserfolg wird indianischen Traditionen folgend auf die Gemeinden der Reservation aufgeteilt. Einige Stämme ziehen es vor, ihre Einkünfte auf einer Pro-Kopf-Basis zu verteilen; andere setzen auf langfristige Konzepte und verwenden die Fonds, um die Stammesinfrastruktur zu verbessern. So werden ganz selbstverständlich Krankenhäuser, Gesundheitsdienste, Schulen und Bedürftige aus den Einnahmen der Casinos finanziert. Aber - nicht einmal die Hälfte der Stämme hat Anteil an dem Erfolg. Die Mehrheit lebt entweder geografisch zu abgelegen oder sie kann Casinobetriebe mit ihren Traditionen nicht vereinbaren. Wieder andere Stämme sind in der Frage pro oder contra Casino tief zerstritten. Aber selbst jene Indianer, die von Glücksspiel und Steuerbefreiung profitieren, sehen darin nur ein Mittel zum Zweck für eine gerechtere Zukunft. Sie betrachten die Roulette- und Bingo-Millionen als Werkzeug, mit dem sie in einer Welt des Geldes die Dinge für sich und ihre Stämme ins Positive lenken können.
 
Seit den indianischen Protestbewegungen in den 1970er Jahren ist das Interesse an diesen alten und traditionsreichen Kulturen gewachsen, auch Indianer, die sich schon lange im modernen Amerika assimiliert haben, begeben sich wieder auf die Suche nach ihren Wurzeln. Bei dieser Vielzahl, ihren unterschiedlichen Traditionen und den verschiedensten gesellschaftlichen Modellen, nach denen heutzutage Indianer leben, fällt der Zugang zu den Ureinwohnern in Nordamerika nicht immer leicht.

 

Totempfahl der Westküsten-Indianer

 

Indianische Kunst-Maske

 

Indianische Kunst