Von Vancouver nach Whistler

Von Vancouver aus (Highlights siehe hier) startet die Reise auf dem Sea-to-Sky-Highway nach Whistler. Am Howe Sound entlang führt die inzwischen gut ausgebaute Straße (Hwy 99) nach Squamish am Ende des Fjords. Die Kleinstadt ist ein beliebtes Ziel für Windsurfer und für Kletterer. Der 702 m hohe Stawamus Chief Mountain am Ortseingang ist einer der größten Granitmonolithen der Welt und bietet mit seiner fast senkrechten Wand eine echte Herausforderung. Seit 2013 gelangt man mit einer Gondel auf den Berg und hat von dort grandiose Ausblicke auf die Fjordlandschaft (seatoskygondola.com/). Für einen Spaziergang lohnt sich der Shannon Falls Provincial Park kurz vor Squamish, die Wasserfälle dort stürzen 335 m über Felsen hinab, besonders im Frühsommer ein eindrucksvolles Schauspiel (tourismsquamish.com).
 

Whistler

Whistler wird von Snowboardern und Skiläufern aus aller Welt besucht, auch im Sommer ist auf den Gletschern Blackcomb und Horstman Wintersport möglich. Da viele Vancouverites gern das Wochenende in den Bergen verbringen, ist eine Reservierung für eine Übernachtung ratsam (whistler.com). Für RVs gibt es das Riverside RV Resort & Campground mit 64 Plätzen (whistlercamping.com/).

Von Whistler nach Kamloops

Vorbei an Pemberton geht's dann weiter durch schier endlose Wälder nach Lillooet. Heute ein etwas verschlafenes Nest am Fraser River, war Lillooet vor mehr als 150 Jahren mal Sammelpunkt für Goldgräber, das kleine historische Museum an der Main Street zeigt Arbeitsgerät und Karten (der Gold Rush Trail nach Barkerville begann hier). Im Sommer ist diese Region extrem trocken und heiß, zur Abkühlung käme eine Fahrt mit dem Jet Boat infrage. Für die rd. 90 km nach Cache Creek sollte man gut 2 Stunden einkalkulieren; die Strecke ist kurvig und teilweise eng, bietet aber immer wieder großartige Ausblicke. Manchmal müssen die Autos auch warten, weil eine Gruppe Dickhornschafe es sich gerade auf der Straße gemütlich gemacht hat. An der Einmündung auf den Hwy 97 liegt die Hat Creek Ranch, über 20 historische Gebäude sind auf dem riesigen Gelände zu besichtigen. Kutschfahrten und Ausritte werden hier angeboten, Camping- und RV-Plätze stehen zur Verfügung (hatcreekranch.ca/camping).
 

Kamloops

Kamloops am gleichnamigen See und am Thompson River gelegen, ist eine prosperierende, großflächige Stadt mit rd. 90.000 Einwohnern. Im trockenen, regenarmen Hochland wird Landwirtschaft und Viehzucht betrieben, Kamloops ist Warenumschlagplatz für die Farmer und Rancher, die zu Rinderauktionen, Rodeos und dem im August stattfindenden Kamloopa Pow Wow in die Stadt strömen. Hotels aller Ketten finden sich reichlich, auch alle Supermärkte sind vertreten (adventurekamloops.com).

Von Kamloops nach Jasper

Die rd. 450 km auf dem Hwy 5 nach Jasper führen durch beinahe menschenleeres Indianer-Land, auch Tankstellen sind Mangelware. Die kleinen Orte Blue River und Valemount an der Strecke sind unter Heli-Skiern bekannt, im Sommer kann man sich per Hubschrauber auch zum Heli-Hiking zu den Wiesen im Hochland bringen lassen (blueriverbc.ca/ und visitvalemount.ca/).  
Die Kleinstadt Jasper im gleichnamigen National Park in Alberta ist ein geeigneter Standort für viele Outdoor-Aktivitäten: Wildwasserfahrten auf den Flüssen Athabasca und Sunwapta, Baden in den Miette Hot Springs, Reitausflüge, Montainbike-Touren, und natürlich Wandern auf den gut ausgeschilderten Trails. Der Maligne Canyon ist ein lohnenswertes Ziel außerhalb von Jasper, ebenso der Medicine Lake, der im Herbst beinahe verschwindet, das Wasser versickert im porösen Karstgestein (discoverjasper.com/).

Auf dem Icefields Parkway nach Banff

Für den Icefield Parkway, die Traumstraße in West-Kanada, sollte man sich unbedingt Zeit lassen. Von Jasper bis Banff sind es 290 km (der kostenpflichtige Parkway ist nur 230 km lang), aber es gibt so viele Naturschönheiten wie die z.B. Athabasca Falls, das berühmte Columbia Icefield und den Lake Louise zu entdecken, ein Tag ist da fast zu wenig. Man kann im National Park auch campen, Auskünfte geben die Ranger bei der Einfahrt auf den Parkway, wo auch die Eintrittsgebühr bezahlt werden muss. Das Icefield befindet sich auf 2.035 m Höhe, eine warme Jacke ist zu empfehlen (icefieldsparkway.ca/).
 
In Banff wurden vor mehr als 100 Jahren von Eisenbahnarbeitern heiße Quellen entdeckt und damit der Grundstein für die touristische Entwicklung gelegt. In Banff ist Wintersport ebenso angesagt wie Hochgebirgswandern, Mountainbiken und Relaxen in den Upper Hot Springs. Das einst luxuriöseste Hotel der Welt, das heutige Fairmont Banff Springs sollte man sich nicht entgehen lassen, mitten im Wald liegt das sehenswerte, schlossartige 770-Zimmer-Gebäude. Die Restaurants, Hotels und Boutiquen in der Kleinstadt sind eher hochpreisig, mit dem RV/Camper kann man aber auf die Plätze im Banff National Park ausweichen (banffnationalpark.com).

Von Banff nach Kelowna

Auf dem Weg nach Golden bietet sich ein Abstecher zu den Takkakaw Falls an, mit 384 m der höchste Wasserfall der Rocky Mountains. Die Yoho Valley Road im Yoho National Park ist allerdings nur von Juni bis Oktober geöffnet und nicht für größere Camper geeignet (pc.gc.ca/eng/pn-np/bc/yoho/index.aspx).
Bergsteiger und Wildniswanderer brechen im Sommer von Golden aus in die Rockies, die Purcell und die Columbia Mountains auf und vom Kicking Horse Mountain Resort bringt die Golden Eagle Express Gondola Gäste in knapp 20 Minuten auf den 3.433 m hohen Dogtooth Mountain (kickinghorseresort.com). Am 1. Wochenende im August findet in Golden ein Rodeo statt, dann sind die wenigen Hotels voll.
Ebenso wie Banff, Jasper und Golden ist auch Revelstoke durch den Eisenbahnbau entstanden, hübsch bemalte viktorianische Häuser versetzen in die alte Zeit. Im Eisenbahnmuseum lohnt ein Blick auf die alte Dampflok und Mitte August findet ein 10-tägiges Fest rund um die Geschichte des Ortes statt (railwaymuseum.com). Ein ganz anderes Erlebnis ist der Giant Cedars Boardwalk im Mt. Revelstoke National Park, ca 400 m an riesigen Rot-Zedern vorbei, die zur von feuchter Pazifikluft genährten Regenwaldzone gehören (pc.gc.ca/revelstoke).
Wer Zeit hat, sollte von Sicamous oder Salmon Arm aus eine Fährfahrt auf dem Shuswap Lake machen. Hier tummeln sich im Sommer einige Hundert Hausboote, insbesondere Familien verbringen so gern ihre Sommerferien (sicamousbc.com).  
 

Kelowna

Kelownas Klima ist das einer Halbwüste: 40°C im Sommer sind keine Seltenheit und im Winter sinkt das Thermometer gern auch unter -20°. Regen dagegen fällt eher selten, meist im April/Mai. Die großflächige Stadt am Okanagan See hat sich aber dennoch als landwirtschaftliches Zentrum etabliert und in den letzten 20 Jahren auch einen Ruf als Weinbaugebiet dazugewonnen. Neue Hotels, Ferienwohnungsanlagen und Campingplätze zeugen davon, dass der Tourismus inzwischen ebenso zur wirtschaftlichen Belebung der Großstadt beiträgt (tourismkelowna.com).

Von Kelowna nach Vancouver

Nach Vancouver zurück kann man nun direkt über Merritt und Hope durch die Berge fahren (Hwy 97c und Hwy 5) oder am Okanagan Lake entlang bis Penticton und dann über Princeton bis Hope. Beide Strecken sind landschaftlich reizvoll, am See entlang sind es etwa 50 km mehr und etliche „Wineries“ können besichtigt werden.
 
Bei Hope gibt es noch zwei „Highlights“: den tiefen und engen Coquihalla Canyon zu erkunden und auf den ehemaligen Eisenbahn-Gleisen bis zu den Othello Tunnels zu wandern,  dauert etwa eine Stunde (env.gov.bc.ca/bcparks/explore/parkpgs/coquihalla_cyn/).
Ein spektakuläres Vergnügen ist eine Fahrt über den Fraser River mit der Hell’s Gate Air Tram. Bei Yale, etwa 25 km nördlich von Hope am Hwy 1 (Trans Canada Hwy) schwebt man in der Gondel in wenigen Minuten über die Strudel des Fraser (hellsgateairtram.com).
Sehr viel abwechslungsreicher als den meist überfüllten Hwy 1 nach Vancouver zu fahren,  ist von Hope aus der Hwy 7 am nördlichen Ufer des Fraser.
Reiseroute Vancouver zum Icefields Parkway
Reiseroute Vancouver zum Icefields Parkway